Philharmonie Köln, Sonntag, 17. Oktober 2004, 11 Uhr. Foto: Christoph
Seelbach
Operngala
Ouvertüren,
Arien und Chöre von Richard Wagner und Giuseppe
Verdi
Birgit Harnisch, Sopran + Bernhard Schneider, Tenor + Ks. Prof.
Hans Sotin, Bass
Rheinischer Kammerchor Köln + KölnChor + Bochumer
Symphoniker
Leitung: Wolfgang Siegenbrink
Kritik der Kölnischen Rundschau Rhein-Ahr zum Konzert im Juli 2004 im Kursaal Bad Neuenahr
Die KÖLNISCHE RUNDSCHAU berichtete am 18.10.2004 über dieses Konzert:
Glanz mit Verdi und Wagner
Operngala beim Kölner Chorkonzert
Von MATTHIAS CORVIN
KÖLN. Eine Operngala mit Ouvertüren, Arien und Chören von Giuseppe Verdi und Richard Wagner bot das erste Kölner Chorkonzert dieser Saison in der Philharmonie. Unter der Leitung von Wolfgang Siegenbrink sangen am Sonntag vormittag der KölnChor und der Rheinische Kammerchor Köln. Kompetent wurden sie von den Bochumer Symphonikern unterstützt. Das gab den großen Szenen wie Verdis Finale zum 2. Akt der Oper Aida oder dem Finale aus Wagners Meistersingern großen Glanz.
Die von Siegenbrink einstudierten Chöre machten einen insgesamt guten Eindruck. Manchmal fehlte allerdings die nötige Feinzeichnung, so etwa im berühmten "Wach auf"-Chor. Doch mit weiteren Highlights wie dem "Va pensiero"-Chor aus Verdis "Nabucco" oder dem "Treulich geführt" aus Wagners "Lohengrin" sangen sich die Chöre in die Herzen der zahlreichen Zuhörer.
Hans Sotin beeindruckteVon den Solisten beeindruckte Kammersänger Hans Sotin mit seinem weisen und reifen Bass. Die Schlussansprache des Hans Sachs aus den "Meistersingern" oder die "Sängerhallen"-Ansprache des Landgrafen aus Wagners "Tannhäuser" waren denn auch Höhepunkte. Daneben gefiel jedoch ebenso Birgit Harnischs Darbietung der "Hallen"-Arie aus dem "Tannhäuser" oder ihr mit klarem Sopran und verhaltener Dramatik geschmettertes "Ritorna vincitor" aus der "Aida". Hier konnte sie ihre Erfahrungen aus dem Opernfach gut ausspielen.
Vorbildlich die von Siegenbrink knackig geleitete "Tannhäuser"-Ouvertüre sowie die Vorspiele zur Aida, zum 3. Akt aus "Lohengrin" und zu den Meistersingern. Hier zeigten die Bochumer Musiker, was sie in den letzen zehn Jahren unter ihrem Generalmusikdirektor Steven Sloane gelernt haben.
Kritik des Kölner Stadtanzeigers
Der Kölner Stadtanzeiger berichtete am 19.10.2004:
Von Memphis nach
Theben
Eine Operngala erfreute das Publikum
in der Kölner
Philharmonie.
VON HANS-ELMAR BACH
Von der prätentiösen, verführerischen Überschrift "Operngala" sah sich das Publikum in die Kölner Philharmonie gelockt. Eingeladen hatten der KölnChor und der Rheinische Kammerchor Köln, die gemeinsam eine so kultivierte wie schlagkräftige Kompagnie darstellen und unter ihrem Dirigenten Wolfgang Siegenbrink durchaus ihre Rolle als fachkundige Interpreten chorischer Highlights aus Bühnenwerken Verdis und Wagners zu spielen vermögen. Zur Unterstützung waren die Bochumer Sinfoniker engagiert, die als eigenständige Beiträge Tannhäuser-Ouvertüre, Aida-, Meistersinger-Vorspiel und jenes zum dritten Lohengrin-Akt auf nicht immer gleich hohem Niveau zum Besten gaben. Die Sopranistin Birgit Harnisch - stimmlich nicht ganz problemfrei - stand als Elisabeth und Aida auf der Bühne. Bernhard Schneider (Tenor) empfahl sich mit der Gralserzählung und Walthers Preislied. Ein Grandseigneur unter den Wagner-Bässen, repräsentierte Hans Sotin den Landgrafen und Sachs souverän in stimmlicher und personaler Würde.
Populäre NummernDas Chorpotpourri erforderte, verknüpft mit den solistischen Auftritten, gewaltige Sprünge durch die Opern, sollte doch offenbar alles, was die genannten Werke, dazu noch Nabucco, an populären Chornummern hergeben, auch dem Publikum zu Ohren kommen. So ging´s denn stracks nach verklungener Ouvertüre unter Umgehung des Venusbergs in den zweiten Tannhäuser-Akt. Von Memphis eilte man nach Theben, wo es im Triumphmarsch außer dem hoch gestimmten Chor des Volkes auch die nur für diese Oper gebauten Aida-Trompeten zu bewundern gab. Aus der von sanftem Choral durchfluteten Nürnberger Katharinenkirche sah man sich auf die Festwiese versetzt. Dort machte Ritter Stolzing sein Glück und der Chor den feierlichen Jubel für die Elogen des Hans Sachs von der deutschen Meister Ehre zu seinem Herzensanliegen.
Nach zweieinhalb Stunden endete das herzlich aufgenommene, überdimensionierte Wunschkonzert mit einer Rückkehr zum Anfang in der Zugabe des Tannhäuser-Ausklangs als letztem Ohrwurm.
Kritik der Kölnischen Rundschau zum Konzert in der Kölner Philharmonie
Kritik der Kölnischen Rundschau Rhein-Ahr zum Konzert im Juli im Kursaal Bad Neuenahr
Das gleiche Konzert wurde bereits im Juli 2004 im Kursaal von Bad Neuenahr aufgeführt.
Die KÖLNISCHE RUNDSCHAU - RHEIN AHR berichtete hierüber:
Beeindruckendes Zusammenspiel
Von ULLA HIPPMANN
BAD NEUENAHR. Wie
man die "Perlen" auch sortierte, sie ergaben eine glanzvolle Kette,
an der alle Mitwirkenden der "Operngala" im Kurtheater kräftig
zogen. Aber auch das Publikum hielt mit, denn immerhin zog das
Programm - Wagner und Verdi - die Mengen so stark an, dass das
Theater ausverkauft war. Die Bochumer Symphoniker unter der Leitung
ihres Dirigenten Wolfgang Siegenbrink sowie die rund 70 Mitglieder
des KölnChores und des Rheinischen Kammerchors und eine
hochkarätige Sängerbesetzung präsentierte
Ouvertüren, Arien und Chöre aus den Verdi-Opern "Nabucco"
und "Aida", des weiteren aus den Werken von Richard Wagner "Die
Meistersinger von Nürnberg", "Tannhäuser" und "Lohengrin".
Mit der Ouvertüre aus der romantischen Oper "Tannhäuser"
wurde den Besuchern gleich zu Beginn ein furioser Auftakt serviert,
der zunächst von zarten Streicherklängen umhüllt war,
um dann voller Kraft und Energie, begleitet von den prächtigen
Bläsern, ein grandioses Spiel zu erreichen. Die Sopranistin
Birgit Harnisch sang die wunderschöne Arie "Dich, teure Halle,
grüß ich wieder", während die Partie des Landgrafen
durch den Bassisten, Kammersänger Professor Hans Sotin, toll
vorgetragen wurde.
Sotin singt seit 25 Jahren im Bayreuther Festspielhaus alle Partien
des seriösen Bass-Faches, aber auch Heldenbariton-Partien. Der
Chor sang auf hohem Niveau, pointiert in den Einsätzen,
überzeugend in der Artikulation. Auch in dem folgenden
Chorbeitrag "Va pensiero" aus Nabucco leistete der Chor Feinarbeit,
die vom Publikum begeistert aufgenommen wurde, ist doch jener
berühmte "Gefangenenchor" der Ohrwurm schlechthin. Und noch
einmal Verdi: Die Arie der Aida, gesungen von der Solistin Harnisch,
die hier eine nahezu "maßgeschneiderte" Leistung bot,
während in der Wagner-Partie ihr gepflegter Sopran in der
Höhe mitunter etwas grell wirkte.
Und Aidas Triumphmarsch wurde schließlich zur großen
Musik, als vier Aida-Trompeten von der Empore des Kurtheaters
erschallten und dieses Werk mit klanglicher Transparenz
schmückten. Und auch hier waren es erneut die Chorstimmen, die
diese Musik vor der Pause zu einem Erlebnis werden ließen, wo
es am Ende heißt: "Seht hinauf . . . an diesem glücklichen
Tag." "Treulich geführt ziehet dahin", das bekannte Brautlied
aus Wagners "Lohengrin" mit Chor und Orchester wurde zu einer
tadellosen Vorstellung. In der Rolle des Lohengrin sang der
wunderbare lyrische Tenor Bernhard Schneider, der unter anderem bei
den Bayreuther Festspielen verschiedentlich verpflichtet wurde. Die
Ouvertüre zu "Die Meistersinger von Nürnberg" bildete den
Ausklang der Gala, bei der nochmals alle Mitwirkenden mit einer
beeindruckenden Leistung imponierten, die von Wolfgang Siegenbrink,
der diesen gewaltigen Klangkörper stets sicher im Griff hatte,
hervorragend geleitet wurde.
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Kritiken der Kölnischen Rundschau und des Kölner Stadtanzeigers
zum Konzert in der Philharmonie Köln
